Die Lage am Rundholzmarkt ist seit den vergangenen 30 Jahren (Orkan Wiebke) nicht mehr so ungünstig wie jetzt. In ganz Mitteleuropa kommt Rundholz durch Schadereignisse (Dürre, Sturm, Käferfraß) ungeplant auf den Markt und überfordert die vorhandenen Produktionskapazitäten der Sägewerke bei weitem.

Unsere Empfehlung:
Wir raten von regulären Holzerntemaßnahmen bis auf Weiteres ab. Beschränken Sie den Einschlag auf die Schadholzaufarbeitung und das absolut Notwendigste. Der Absatz von Stammholz ist aktuell äußerst schwierig und es können derzeit keine attraktiven Preise erzielt werden.

Bitte arbeiten Sie im Wald noch liegendes Schadholz auf oder entrinden sie Kleinmengen. Nur so kann eine Ausbreitung des Borkenkäfers verhindert werden!

Rundholzmarkt

Die Lage am Rundholzmarkt ist seit den vergangenen 30 Jahren (Orkan Wiebke) nicht mehr so ungünstig wie jetzt. Dies zeigt sich auch in unserem Holzmarktbarometer, den wir seither noch nie so schlecht ausweisen mussten (siehe oben)! In ganz Mitteleuropa kommt Rundholz durch Schadereignisse (Dürre, Sturm, Käferfraß) ungeplant auf den Markt und überfordert die vorhandenen Produktionskapazitäten der Sägewerke bei weitem. Bedingt durch die Sturmholzmengen infolge der Stürme „Sabine“ und „Bianca“ sind auch bei uns erhebliche Mengen auf den ohnehin schon übervollen Holzmarkt gekommen. Die Kunden können das angebotene Holz nicht zur Gänze aufnehmen und so muss Holz jetzt zwischengelagert werden. Für dieses Jahr muss noch mit weiteren enormen Käferholzmengen gerechnet werden. Der milde Winter und die anhaltende Trockenheit in Verbindung mit den vorgeschädigten Waldbeständen bieten gute Voraussetzungen für eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers. Somit ist mit keiner Entlastung bis in den Herbst hinein zu rechnen. Die Erlöse für schlechte Sortimente oder Käferholz bewegen sich auf Brennholzniveau. Die Preise für Frischholz liegen im Schnitt deutlich unter 50,- €/Fm o.R..

In diesem Zusammenhang möchten wir auch darauf hinweisen, dass die Vermarktung wie auch die Abrechnung aufgrund der Gegebenheiten in diesem Jahr sehr lange dauern können.

Eine Hoffnung besteht: Unter Umständen könnte sich im Laufe des (Spät-)Sommers die Möglichkeit für die Entwicklung eines gespaltenen Marktes ergeben. Auf der einen Seite das überlagerte Holz oder Käferholz, das preislich unter Druck steht und schwierig abzusetzen ist. Auf der anderen Seite könnte eine ganz gezielte Nachfrage nach gutem, frischem Rundholz entstehen, wofür entsprechend bessere Preise angelegt werden würden. Einzelne Kunden meldeten für diese Zeit bereits einen (noch) beschränkten Bedarf an.

Schnittholzmarkt

Im Bauhauptgewerbe sind noch keine gravierenden Eintrübungen durch die Corona-Pandemie zu spüren. Der Absatz von baunahen Holzprodukten läuft nahezu ohne größere Störungen. Anders sieht es für Schnittholz aus, das in den Export geht oder in der Verpackungsindustrie verwendet wird. Ein beschränkter Warenaustausch und Betriebsunterbrechungen lassen hier den Absatz deutlich sinken und die Lagerbestände an den Sägewerken wachsen. Zudem bereiten die Nebenprodukte (Sägemehl und Hackschnitzel) Probleme, da weder Absatz noch Erlös befriedigend sind.

Holzlogistik & Holzlagerung

Die Holzanfuhr zu den Sägewerken hat sich seit dem März 2020 signifikant verschlechtert. Zum einen werden die Großwerke nach wie vor mit Rundholz mittels Bahntransporten aus der ganzen Republik versorgt, zum anderen sind in Süddeutschland verstärkt Sturmholzmengen angefallen. Mit Ausruf der Corona-Beschränkungen sind die Produktionsraten etwas zurückgegangen, das sich in der Anlieferung bemerkbar macht. Erfreulich ist, dass es durch Corona keine gänzlichen Werkschließungen gab! Die FBG kann die Sägewerke weiterhin mit einem sehr beschränkten Kontingent beliefern, die Abfuhr von Holz auf Zwischenlagerplätze der FBG läuft hingegen sehr rasch.

Hackgut & Hackschnitzel

Hackgut kann sehr schwer direkt in die Heizwerke abgesetzt werden. Der milde Winter wie auch der geringere Wärmeabsatz infolge von Corona-Schließungen (Hotels, Schulen, Hallenbäder), hat zur Folge, dass dieses Frühjahr insgesamt weniger Hackgut benötigt wurde. Der Mengenanfall hingegen stieg mit der Sturmholzaufarbeitung, so dass derzeit auch hier ein deutliches Überangebot vorliegt. Wir nehmen Hackgut deshalb zum Teil ebenfalls auf Zwischenlager, damit das Material aus dem Wald kommt. Allerdings sind die Lager-Kapazitäten begrenzt, wodurch dann dennoch der ein oder andere Hackhaufen längere Zeit im Wald verbleiben wird. In dieser angespannten Situation bitten wir um Ihr Verständnis. Wir suchen weiterhin intensiv nach Lösungen, um auch dieses Hackgut so schnell es geht aus dem Wald zu bringen.

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