Wer die buschigen Blüten der Flatterulme einmal im Wind hat tanzen sehen, weiß woher die Art ihren Namen hat. 2019 rückt die „Baum des Jahres“-Stiftung damit eine Ulmenart ins Licht der Öffentlichkeit, die bisher wenig bekannt ist. Umso spannender ist ihr vielseitiges Potential.

Spricht man von Ulmen, denken die meisten wohl zuerst an das Ulmensterben im vergangenen Jahrhundert. Doch wo Berg- und Feldulme, insbesondere durch ihren dramatischen Rückgang, traurige Berühmtheit erlangt haben, zeigt die Flatterulme ein ganz anderes Gesicht. Die Flatterulme unterscheidet sich nicht nur botanisch deutlich von ihren bekannteren Schwestern, sie erwies sich auch gegen die Ulmenkrankheit als deutlich widerstandsfähiger. Dieser hochgewachsene Baum der Feuchtwälder und Flussauen erscheint sogar weitgehend immun gegen diese Krankheit. Selbst jahrhundertealte Exemplare zeigen sich überraschend vital. Es gibt zahlreiche höchst eindrucksvolle Beispiele, wo Flatterulmen in un-mittelbarer Nachbar-schaft von infizierten und absterbenden Feldulmenbeständen stehen,

Flatterulme

Quelle: Roland Schäfer

aber selbst keinerlei Symptome der Ulmenkrankheit erkennen lassen. Der große und kleine Ulmensplintkäfer fliegt sie nicht an, da er sie schlicht nicht als Ulme erkennt. Grund hierfür ist ihre Rinde, die sich in Struktur und Inhaltsstoffen deutlich von der der anderen beiden mitteleuropäischen Ulmenarten unterscheidet.

In sieben Bundesländern gilt sie laut Roter Liste als gefährdet, Hauptvorkommen sind eher die nordostdeutschen Bundesländer, wobei sie auch außerhalb der Flussauen mit trockeneren Standorten gut klarkommt und auch die Emissionen im städtischen Bereich gut wegsteckt.

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